Theobald von Bethmann Hollweg
Der 1856 in Hohenfinow geborene Theobald von Bethmann Hollweg amtierte von 1909 bis 1917 als Reichskanzler des Deutschen Kaiserreiches. Während der Julikrise 1914 sicherte er Österreich-Ungarn die entscheidende Unterstützung zu, was die Spannungen bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs eskalierte. Innenpolitisch versuchte er moderate Reformen zur Versöhnung von Konservativen und Liberalen, blieb jedoch bei der Demokratisierung des preußischen Dreiklassenwahlrechts vorsichtig. Im Kriegsverlauf suchte er einen Verständigungsfrieden ohne Annexionen und lehnte den uneingeschränkten U-Boot-Krieg zunächst ab, was den Konflikt mit der Militärführung vertiefte. Unter dem Druck der Friedensresolution und der Obersten Heeresleitung trat er im Juli 1917 zurück.
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